Neues Cannabinoid CB9 - (Noch) legal, aber nicht ungefährlich
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Der Markt für Cannabinoide ist in den letzten Jahren massiv im Wandel. Während das nicht psychoaktive CBD für viele längst zum Alltag gehört, tauchen immer wieder neue Substanzen mit kryptischen Namen und meist ebenso unklaren Eigenschaften und Wirkungen auf. Eine davon: CB9.
Stoffe wie CB9 werden - spätestens seit dem Verbot von HHC - gern als vermeintlich legale Alternativen beworben. CB9 soll nur sanft psychoaktiv wirken und komplett legal erhältlich sein. Aber: CB9 ist kein klassisches Cannabinoid wie THC und CBD, sondern gehört zu einer Gruppe neuartiger, kaum erforschter synthetischer Drogen, die oft gezielt entwickelt werden, um bestehende Gesetzeslücken auszunutzen.
CB9 wird meist in Onlineshops oder Social Media beworben, die oft eher vagen Versprechen reichen von Entspannung, Schmerzlinderung bis hin zu einem sanften Rausch. Was fehlt sind Informationen zu Herstellung, Wirkmechanismus, Sicherheit oder Langzeitfolgen. Denn: Die gibt es größtenteils noch gar nicht.
Dieser Artikel erklärt, warum CB9 nicht so sanft und sicher ist, wie die Anbieter oft versprechen und welche - komplett legalen! - Alternativen es gibt.
CB9 ist kein natürliches Cannabinoid, sondern ein kaum erforschter, synthetischer Stoff mit unklarer Wirkung und massiven Risiken.
Die psychoaktive Wirkung von CB9 ist unberechenbar. Starke psychische und körperliche Nebenwirkungen sind möglich, das Potenzial für eine Abhängigkeit ist sehr hoch.
Die unklare Gesetzeslage kann dafür sorgen, dass CB9 schnell wieder vom Markt verschwindet. Langfristig legale Alternativen wie Cannabidiol (CBD) sind hier die bessere und sicherere Wahl.
CB9 geistert nun schon seit einigen Jahren durchs Netz. Trotzdem wissen wir erstaunlich wenig über den Stoff. Die Cannabispflanze enthält mehr als 100 Cannabinoide, nicht alle davon sind chemisch vollständig analysiert. Da erscheint es schon plausibel, dass CB9 ein neuentdecktes natürliches Cannabinoid ist.
Aber: Bei CB9 handelt es sich mit ziemlicher Sicherheit um ein synthetisch hergestelltes Cannabinoid, das lediglich in seiner chemischen Struktur dem bekannten THC ähnelt. Solche Substanzen werden komplett in - meist illegalen - Laboren synthetisiert. Es werden immer wieder neue Stoffe entwickelt und auf den Markt gebracht, um Verbote bestehende Stoffe (z.B. HHC) zu umgehen.
CB9 wurde bisher kaum pharmakologisch untersucht. Lediglich eine Gruppe griechischer Wissenschaftler schauten sich die Struktur des Stoffs per Massenspektrometrie etwas genauer an. (1) Forschung zur Wirkung (sowohl kurz- als auch langfristig), zur sicheren Dosierung und auch zu Neben- und Wechselwirkungen sowie anderen Risiken gibt es nicht. Alles, was über CB9 kursiert, basiert größtenteils auf Nutzerberichten, Marketingversprechen der Anbieter oder Spekulation.
Im Gegensatz zu CBD, dessen Wirkmechanismen am Endocannabinoid-System ECS gut erforscht sind, ist bei CB9 oft nicht einmal klar, an welche Rezeptoren es bindet und wie stark diese Bindung ist. Damit ist CB9 alles andere als eine interessante Alternative zu THC und Co. - es ist schlicht und einfach extrem gefährlich.
CB9 wird nicht aus der Cannabispflanze gewonnen, sondern entsteht durch eine komplexe chemische Reaktion, die meist in illegalen Laboren stattfindet. Anders als CBD oder THC, die direkt aus Pflanzenmaterial extrahiert werden können, entsteht CB9 durch die Modifikation bekannter Cannabinoid-Strukturen.
Manche Hersteller sprechen daher davon, dass CB9 ein THC-Derivat sei - Basis ist aber nicht unbedingt ein natürliches Cannabinoid. Ziel ist, Moleküle zu erzeugen, die eine ähnliche Wirkung wie THC haben, sich aber in einigen wesentlichen Punkten davon unterscheiden - meist, um die bestehende Gesetzgebung zu umgehen.
Tatsächlich ist die chemische Struktur von CB9 noch nicht vollständig bekannt. Im Spektrometer wurde als Hauptbestandteil [2-(E)-propen-1-yl]-Delta 8-THC-Acetat identifiziert. Wie diese Substanz in Verbindung mit den körpereigenen Strukturen reagiert, ist aktuell völlig unklar.
Die Prozesse zur Herstellung von CB9 erfordern ein gewisses Fachwissen. Trotzdem sind die Hersteller keine Experten, die Produktion erfüllt keine Qualitäts-, Reinheits- oder Sicherheitsstandards. Weder die verwendeten Ausgangsstoffe noch die entstehenden Nebenprodukte werden systematisch toxikologisch geprüft. Hinzu kommt ein oft sehr hoher Energie- und Rohstoffeinsatz bei der Herstellung synthetischer Drogen.
Ein weiteres Problem ist, dass CB9 nach der Synthese häufig auf Trägermaterialien aufgebracht oder in Lebensmittel eingearbeitet wird, ohne dass die Wirkstoffkonzentration verlässlich kontrolliert wird. Dadurch entstehen Produkte mit stark schwankender Potenz.
Der Herstellungsprozess bringt also zusätzliche Gefahren für Konsumenten mit sich: Die psychoaktive Wirkung kann viel stärker ausfallen als gedacht (und aus früheren Konsumerfahrungen bekannt) und du kannst überhaupt nicht abschätzen, welche Verunreinigungen und Streckmittel enthalten sind.
Berichte über einen CB9-Rausch sind in vielen Punkten mit den Effekten anderer synthetische Cannabinoide (z.B. dem CB9-Vorläufer HHC) vergleichbar. Die Wirkung tritt meist sehr schnell ein. Obwohl die Versprechen der Hersteller und Anbieter von einer sanfter psychoaktiven Wirkung reden, ist der Rausch vielen Erfahrungsberichten nach viel stärker und unberechenbarer als beim Konsum von THC. Statt einer sanften Entspannung oder leichten Euphorie berichten viele Konsumierende von abrupten Wahrnehmungsverzerrungen, innerer Unruhe und dem Gefühl, komplett die Kontrolle zu verlieren.
Vor allem die Effekte auf die Psyche sind teils beängstigend. Angstzustände, Paranoia, starkes Herzklopfen und Gedankenkreisen scheinen typisch zu sein. Anders als bei natürlichem Cannabis fehlt bei CB9 die ausgleichende Wirkung weiterer Pflanzenstoffe wie Terpene oder CBD, die beim Konsum von natürlichen Cannabis-Blüten oder Vollspektrum-Produkten relevant ist. Der Rausch ist heftig, emotional belastend und wird als kalt beschrieben; ähnlich wie beim Konsum chemischer Drogen.
Körperlich kann es zu Symptomen wie Schwindel, Übelkeit, Zittern oder Kreislaufproblemen kommen. Besonders problematisch: Intensität und Dauer der Wirkungen von CB9 sind kaum vorhersehbar. Selbst kleine Dosen können sehr stark wirken, während eine neue Charge womöglich wieder wesentlich schwächer ausfällt.
Doch die Verwendung von CB9 kann nicht nur einen möglicherweise unangenehmen Rausch auslösen. Es kann auch richtig gefährlich werden. Synthetische Cannabinoide binden oft deutlich stärker an die Endocannabinoid-Rezeptoren (CB1-Rezeptoren und CB2-Rezeptoren) im Körper als natürliches THC. Diese Rezeptoren sind unter anderem verantwortlich für unseren Schlaf, Schmerzen und die Stimmung.
Die Bindung von CB9 an die Rezeptoren kann zu starken psychischen Reaktionen bis hin zur Psychose führen und sorgt auch dafür, dass CB9 viel schneller abhängig macht als THC.
Ein weiteres Risiko entsteht durch Herstellung und Vertrieb von CB9. Zentrale Eigenschaft ist die Stabilität von CB9, es kristallisiert nicht aus. Damit unterscheidet es sich auch von CBD, das zu reinen Kristallen ausfallen kann. (Das wird wiederum bei der Herstellung von CBD-Isolaten ausgenutzt.)
Die Hersteller von CB9 nutzen diese Eigenschaft, um z.B. CB9-Vapes oder Lebensmittel (Gummibärchen) mit CB9 herzustellen, die sich generell ziemlich gut verkaufen - vielleicht auch, weil sie so ungefährlich wirken. Aber: Weil CB9 keine reinen Kristalle bildet, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für Verunreinigungen, ungenaue Konzentrationen oder unerwünschte Nebenprodukte aus der Synthese.
Während CBD keine psychoaktiven Eigenschaften hat und kein Suchtrisiko birgt, können synthetische Cannabinoide ein starkes psychisches Verlangen auslösen. Es gibt Berichte von heftigsten Entzugserscheinungen: Schlafstörungen, Reizbarkeit, Angstzustände und depressive Verstimmungen sind nicht selten.
Langfristige Auswirkungen auf die psychische Gesundheit sind ebenfalls nicht auszuschließen. CB9 ist kaum erforscht, es gibt keine belastbaren Aussagen zu möglichen Schäden an Gehirn, Herz-Kreislauf-System oder anderen Organen.
Viele Anbieter werben damit, dass CB9 - im Gegensatz zu anderen synthetischen Cannabinoiden, aber auch THC - komplett legal wäre. Tatsächlich ist die rechtliche Situation jedoch alles andere als eindeutig. In Deutschland, Frankreich und vielen anderen europäischen Ländern fallen synthetische Cannabinoide unter das "Neue Psychoaktive Stoffe-Gesetz" oder vergleichbare Regelungen. Diese Gesetze sind bewusst so formuliert, dass nicht nur einzelne Stoffe, sondern ganze Stoffgruppen erfasst werden.
Auch wenn CB9 nicht explizit im Gesetz aufgeführt ist, können Herstellung, Besitz und Konsum trotzdem verboten sein, wenn es in Struktur oder Wirkung unter die definierten Stoffgruppen fällt. Hinzu kommt, dass sich die Rechtslage ständig verändert. Substanzen, die heute noch in einer rechtlichen Grauzone unterwegs sind, können morgen schon verboten sein.
Für Konsumenten bedeutet das nicht nur, dass sie möglicherweise von heute auf morgen kein CB9 mehr kaufen können. Hast du CB9 dabei, kannst du dich von einem Tag auf den anderen strafbar machen - von möglichen Drogentests in Straßenverkehr oder Sport einmal ganz abgesehen.
Der Hype um CB9 steht exemplarisch für ein größeres Problem. Immer dann, wenn neue Gesetze greifen und bestimmte Stoffe verboten werden, ploppt eine neue Substanz auf, deren Zusammensetzung, Wirkung und Risiken komplett unklar sind.
Statt auf bewährte, gut erforschte und natürliche Pflanzenstoffe zu setzen, verleiten die Marketingversprechen der Hersteller dazu, mit potenziell gefährlichen Stoffen zu experimentieren. In der Vergangenheit wurden im Verlauf viele dieser Stoffe früher oder später verboten, weil sich herausstellte, wie gefährlich sie wirklich sind. Bis das bei CB9 passiert, tragen die Konsumierenden das volle Risiko.
Eigenschaft |
CB9 |
THC |
CBD |
|---|---|---|---|
Herkunft |
Synthetisch bzw. semisynthetisch hergestellt, nicht natürlich in der Cannabispflanze nachgewiesen |
Natürliches Cannabinoid aus Cannabis |
Natürliches Cannabinoid aus Hanf |
Forschungsstand |
Sehr gering, kaum unabhängige Studien |
Gut erforscht |
Sehr gut erforscht |
Psychoaktive Wirkung |
Stark psychoaktiv, Wirkung unberechenbar |
Stark psychoaktiv, berauschend |
Nicht psychoaktiv |
Rausch |
Häufig intensiv, teils unangenehm, mit Angst und Kontrollverlust |
Klassischer Cannabisrausch |
Kein Rausch |
Vorhersehbarkeit der Wirkung |
Sehr gering, starke Chargen- und Dosisschwankungen |
Relativ gut einschätzbar |
Sehr gut einschätzbar |
Gesundheitsrisiken |
Hoch, da fehlende Langzeitdaten und starke Rezeptorbindung |
Mittel bis hoch, abhängig von Dosis und Person |
Niedrig |
Abhängigkeitspotenzial |
Möglich bis erhöht (psychisch) |
Möglich (psychisch) |
Kein Abhängigkeitspotenzial |
Rechtlicher Status und Verfügbarkeit |
Grauzone, kann jederzeit verboten werden |
In vielen Ländern streng reguliert oder verboten |
In vielen Ländern dauerhaft legal (bei Einhaltung der THC-Grenzwerte) |
Qualitätskontrolle |
Meist fehlend oder unzureichend |
Variabel (aktuell sehr potente Blüten und weitere Produkte im Umlauf) |
Sehr verlässlich bei seriösen Herstellern |
Geeignet für Alltag & Wohlbefinden |
Nein |
Eingeschränkt (Bewusstseinsveränderung & soziales Stigma) |
Sehr gut geeignet |
Langfristige Nutzung |
Nicht empfohlen |
Problematisch |
Gut geeignet |
Im direkten Vergleich zeigt sich ganz klar, warum CBD CB9 vorzuziehen ist. CBD (Cannabidiol) ist ein natürliches Cannabinoid aus der Hanfpflanze, das nicht psychoaktiv wirkt und keinen Rausch auslöst. Seine Wirkung ist gut untersucht, und zahlreiche Studien beschäftigen sich mit seinen potenziell positiven Effekten auf Schmerzlinderung, Stress, Schlaf, Entzündungen und allgemeines Wohlbefinden.
CBD interagiert auf sanfte Weise mit dem Endocannabinoid-System, da es die Rezeptoren nur moduliert. Psychische Symptome wie Kontrollverlust, Angst und Panik kommen nicht vor. Viele Menschen beschreiben die Wirkung von CBD als ausgleichend und stabilisierend, nicht als berauschend oder überwältigend.
Ein weiterer entscheidender Vorteil von CBD ist die rechtliche Klarheit. In vielen Ländern, darunter auch Deutschland, ist CBD dauerhaft legal, sofern der THC-Gehalt den gesetzlichen Grenzwert von 0,3 % nicht überschreitet. Bei Hanfgeflüster haben wir uns sogar dafür entschieden, nur Produkte mit weniger als 0,1 % THC zu vertreiben. So kannst du die vollen Vorteile von CBD genießen, bei langfristiger rechtlicher Sicherheit und ohne unerwünschten Rausch.
Auch die Qualitätskontrolle spielt bei CBD eine große Rolle. Seriöse Hersteller lassen ihre Produkte im Labor prüfen, veröffentlichen Analysezertifikate und legen offen, woher ihre Rohstoffe stammen. Die Hanf-Biomasse bei Hanfgeflüster beispielsweise stammt komplett aus Europa.
Egal, was die Hersteller versprechen: CB9 ist keine legale und ungefährliche Alternative. Tatsächlich handelt es sich um einen rein synthetischen, kaum untersuchten Stoff, dessen Wirkung und Risiken bislang völlig unklar sind. Selbst Herstellung und Molekularstruktur sind teilweise nicht komplett geklärt.
Erfahrungsberichte und erste Analysen deuten darauf hin, dass CB9 nicht nur deutlich stärker und unberechenbarer wirken kann als versprochen, sondern auch erhebliche psychische und körperliche Gefahren birgt. Hinzu kommt eine äußerst unsichere rechtliche Lage, die sich jederzeit ändern kann und für Konsumenten im schlimmsten Fall strafrechtliche Konsequenzen haben kann.
Cannabidiol (CBD) hingegen ist ein rein natürlicher Stoff aus der Cannabis-Pflanze, dessen Wirkung gut erforscht, dessen Anwendung sicher und dessen rechtlicher Status langfristig geklärt ist. Es bringt alle die positiven Eigenschaften mit sich, die sich die meisten Menschen von Cannabinoiden erhoffen - Entspannung, Ausgleich und mehr Wohlbefinden im Alltag - ohne Rausch, Kontrollverlust oder Abhängigkeit.
Meinungen unserer Kunden:
Quellen und Studien
(1) Dadiotis, E., Mpakaoukas, S., Mitsis, V., Melliou, E., & Magiatis, P. (2025). Identification of Three Novel Tetrahydrocannabinol Analogs in the European Market. Drug testing and analysis, 17(9), 1594–1600.