Hanfpflanze

Terpene in CBD: Studien bestätigen Wirkung

Geschrieben von Lukas Beckmann

Aktualisiert am

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Lesezeit 5 min

Terpene sind eine große Gruppe natürlicher Duft- und Aromastoffe, die in unzähligen Pflanzen und sogar einigen Insekten vorkommen. Sie verleihen Kräutern, Früchten und Blüten ihren typischen Geruch und Geschmack und spielen in der Natur eine wichtige Rolle.

Besonders diejenigen, die sich für ihre CBD-Routine bewusst für Vollspektrum-Produkte entscheiden, wissen zudem: Terpene sorgen dafür, dass CBD besonders gut wirkt. Aber: Warum eigentlich?

Wir schauen uns in diesem Artikel an, worum es bei Terpenen eigentlich geht, wie sie vermutlich wirken und was aktuelle Studien zu Terpenen sagen, vor allem in CBD-Vollspektrum-Ölen.

Das Wichtigste im Überblick

Studien belegen: Terpene aus Cannabis können  Schmerzen lindern - ganz ohne psychoaktives THC.

Vollspektrum-CBD-Öle wirken durch den Entourage-Effekt stärker  als isolierte Substanzen.

Die Wirkung von Terpenen der Cannabispflanze wurde damit wissenschaftlich belegt.

Terpene: Nicht nur in Cannabis

Terpene sind eine riesige Gruppe von organischen Verbindungen mit dem Grundbaustein Isopren, die in vielen Pflanzen vorkommen. Sogar manche Insekten produzieren Terpene.

Generell sind Terpene für den charakteristischen Geruch und Geschmack vieler Pflanzenarten verantwortlich - so auch das charakteristische Hanf-Aroma von naturbelassenen CBD-Produkten.

Aber: Terpene können viel mehr als einfach nur gut riechen. Im Pflanzen- und Tierreich spielen sie eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Fressfeinden, helfen, Bestäuber oder Partner anzulocken oder Botschaften auszutauschen. Auch wir Menschen nutzen Terpene auf ganz verschiedene Weise. So spielen sie zum Beispiel als Bestandteile von Parfüms und Kosmetika eine Rolle. In der Lebensmittelindustrie werden sie eingesetzt, um Lebensmittel zu aromatisieren. Und auch die Pharmakologie verwendet Terpene, die in Arzeimitteln zur Anwendung kommen.

Insgesamt gibt es über 30.000 verschiedene Terpene, die alle in Struktur und Funktion variieren. Manche riechen toll, andere eher beißend. Jedes Terpen hat seine ganz eigene, charakteristische Duftnote und kann verschiedene Eigenschaften haben.

Besonders spannend: Terpene aus der Cannabis-Pflanze (Cannabis sativa).

Getrocknete Früchte

So wirken Terpene aus der Cannabispflanze

Terpene können ganz unterschiedlich auf den Menschen wirken. In der Aroma-Therapie beispielsweise arbeitet man mit der Wirkung von Düften auf unsere Stimmung und die Gesundheit. In Form von ätherischen Ölen werden die Stoffe über den Geruchssinn oder über die Haut bzw. Schleimhaut aufgenommen und entfalten ihre Wirkung. 

Hier kommen vor allem Terpene zum Einsatz, die eine entspannende, beruhigende oder stimmungsaufhellende Wirkung haben. Ein Aroma-Klassiker ist das Terpen Linalool, das in Lavendel(-blüten) vorkommt. Das Terpen Limonen in Zitrusfrüchten hebt ebenfalls die Stimmung. Du kennst das vielleicht aus der Weihnachtszeit, wenn der Duft von frischen Orangen und Zitronen durch die Wohnung zieht und dir ein Lächeln aufs Gesicht zaubert ... :)

Aber Terpene beeinflussen unseren Körper nicht nur über angenehme Aromen. Sie haben auch bestimmte pharmakologische Eigenschaften. So kann das Terpen Monoterpen entzündungshemmend und antimikrobiell wirken. (Deshalb wirkt Thymian so gut gegen Erkältungen.) Auch das Terpen Beta-Caryophyllen, das in schwarzem Pfeffer vorkommt, wirkt entzündungshemmend. Das Terpen Alpha Pinen, das vor allem in Kiefern vorkommt, wirkt ebenfalls antientzündlich und weitet die Atemwege. (Erkältungsbad lässt grüßen.)

Im Zusammenhang mit Cannabisprodukten wie CBD hat man festgestellt, dass Terpene außerdem "synergistisch", also im Zusammenspiel mit anderen Stoffen (in diesem Fall Cannabinoiden) wirken. Der beobachtete Entourage-Effekt besagt, dass Terpene die Wirkung anderer Verbindungen, zum Beispiel CBD oder andere Cannabinoide, verstärken oder verändern können.

Neueste Studien zeigen aber: Terpene aus der Cannabispflanze beeinflussen nicht nur über den Entourage-Effekt die Wirkung von Cannabinoiden. Sie wirken auch selbst, unter anderem gegen Schmerzen.

Aktuelle Studie: Terpene gegen Schmerzen

Eine Studie von 2025, die in Neuroscience Letters veröffentlich wurde, ging der Frage nach, ob Terpene aus der Hanfpflanze schmerzlindernde Wirkungen haben können - und zwar unabhängig von THC. Dafür testeten die Forschenden verschiedene Terpen-Mischungen an Mäusen mit chronischen Nervenschmerzen. (1)

Das Ergebnis: Alle Mischungen verringerten die Schmerzen der Tiere signifikant, die Wirkung war ähnlich ausgeprägt wie bei der Gabe von Cannabinoiden. Allerdings wirkten die Aromastoffe bei männlichen Mäusen stärker als bei weiblichen. Außerdem fanden die Forschenden heraus, dass die Schmerzlinderung über das Endocannabinoid-System ( ECS) vermittelt wird, das auch bei Schlaf und Schmerzempfinden eine Rolle spielt.

Was uns die Studie sagt

Aus der Studie lassen sich verschiedene Erkenntnisse ableiten.

  1. Pflanzliche Duft- und Begleitstoffe (Terpene) können Schmerzen lindern. Dafür braucht es kein THC.

  2. Die Wirkung von Terpenen ist wissenschaftlich erklärbar. Kein Placebo-Effekt, keine "Esoterik".

  3. Vollspektrum-Extrakte wirken potenziell besser als einzelne isolierte Stoffe. Der Entourage-Effekt ist keine Einbildung.

  4. Es gibt offenbar geschlechtsspezifische Unterschiede in der Wirkung auf Schmerzen. Möglicherweise benötigen Frauen also andere CBD-Konzentrationen als Männer.

Cannabis-Terpene im Überblick

Doch die Terpene in Cannabisblüten können nicht nur Schmerzen lindern. Cannabis enthält gleich eine ganze Vielzahl von Terpenen mit unterschiedlichsten positiven Wirkungen. Wir haben dir die wichtigsten Cannabis-Terpene und ihre Wirkung aufgelistet.

 Terpen

Kommt vor in

Geruch & Geschmack

Wirkung

Humulen

Cannabis, Basilikum, Oregano, Rosmarin, schwarzer Kümmel, Lavendel, Zimt

würzig, erdig

fördert das Abnehmen, reguliert den Appetit

Caryophyllen

Cannabis, schwarzer Pfeffer, Basilikum, Rosmarin, Nelken, Kümmel, Zimt

würzig, pfeffrig

wirkt schlaffördernd, krampflösend, schmerzlindernd, angstlösend

Limonen

Cannabis, Zitrusfrüchte, Anis, Koriander, Sellerie, Wacholder, Pfefferminze

fruchtig, frisch

wirkt stimmungsaufhellend, euphorisierend, stressabbauend

Linalool

Cannabis, Rosen, Basilikum, Muskat, Zimt, Koriander

blumig, süß

wirkt sedierend und entspannend, immunverstärkend

Pinene (Alpha Pinen, Beta Pinen)

Cannabis, Nadelhölzer, Orangenschalen, Dill, Rosmarin, Petersilie, Basilikum

würzig, erdig

wirkt entzündungshemmend, antiseptisch, entkrampfend

Myrcen

Cannabis, Mango, Pfefferminze, Salbei, Hopfen

sehr vielfältig - von erdig bis frisch

wirkt beruhigend, schmerzlindernd

Wenn du Terpene gezielt nutzen möchtest, nutze Produkte, in denen das jeweilige Terpen bereits in einer geprüften Mischung vorliegt - etwa Limonen in Citrus-Aromatherapieölen oder Pinen in Inhalaten. Beginne immer mit einer niedrigen Menge (z.B. wenige Tropfen eines ätherischen Öls im Diffuser oder im Badewasser) und beobachte, wie du dich damit fühlst, statt direkt mit hohen Dosierungen zu starten.

Wichtig: Terpene sollten nicht unverdünnt auf die Haut aufgetragen werden, weil sie die Haut reizen können. Möchtest du sie auf der Haut anwenden, mische sie mit einem Trägeröl, z.B. pflegendem Mandelöl.

Andere Sorte, andere Terpene

Nicht jede Cannabis-Sorte enthält die gleiche Mischung an Terpenen. Das sogenannte Terpenprofil, also welche Terpene in welchen Mengen vorhanden sind, beeinflusst neben Geruch und Geschmack deines CBD-Öls als auch die Wirkung. Wir wählen für unsere CBD-Produkte nur Sorten aus, die ein besonders ausgewogenes natürliches Terpenprofil haben. Damit sorgen wir dafür, dass unsere Vollspektrum-Öle besonders ganzheitlich wirken und deinen gesamten Organismus positiv beeinflussen.

Dabei setzen wir bewusst auf Cannabissorten mit einem minimalen THC-Gehalt (niedriger als der gesetzliche Grenzwert). Wir glauben, dass es keinen Rausch braucht, um von den positiven Effekten von Cannabis zu profitieren.

Duftstoffe

Unser Fazit: Terpene - Pflanzenstoffe mit Superkraft

Terpene sind nicht bloß Aromastoffe, die den Geschmack von CBD-Ölen verändern. Tatsächlich besitzen sie selbst messbare, schmerzlindernde Eigenschaften. Auch neueste Studien zeigen: Die Wirkung pflanzlicher Extrakte entsteht durch das Zusammenspiel vieler Inhaltsstoffe, der Entourage-Effekt ist wissenschaftlich nachweisbar. Cannabinoide und Terpene können ihre Wirkung also tatsächlich gegenseitig erweitern und stärken.

Das heißt auch: Möchtest die ganze Kraft der Hanfpflanze nutzen, solltest du auf Vollspektrum-CBD-Öle zurückgreifen, die neben einer Vielzahl von Cannabinoiden auch die ganze Vielfalt an Terpenen im Gepäck hat.

Bei den Vollspektrum-Ölen von Hanfgeflüster kannst du sicher sein, dass du ein umfassendes Wirk- und Geschmacksprofil bekommst - aber ganz ohne psychoaktives THC.

Quellen und Studien

(1) Schwarz, A. M., Seekins, C. A., El-Sissi, O., & Streicher, J. M. (2025). Terpene blends from Cannabis sativa are cannabimimetic and antinociceptive in a mouse chronic neuropathic pain model via activation of adenosine A2a receptors. Neuroscience letters, 854, 138205.